VDI
Arbeitskreis Qualität
ISO 9001
und zufriedene Kunden
Gerhard
Hellwig, VDI Arbeitskreisleiter »Qualität« hatte
zu einem Vortrag mit weiterführendem Workshop über »Interne
und externe Kunden und der prozeßorientierte Ansatz der ISO
900l« nach Mainz geladen
Die praktische
Umsetzung der Kundenzufriedenheit wurzelt in folgendem Modell: Für
den Umgang mit internen (Mitarbeitern) und externen Kunden gilt
die Befriedigung sozialer Bedürfnisse als unerläßlicher
Pfeiler modernen Qualitätsmanagements (QM). Sie schafft Kundenzufriedenheit.
Die ISO
9001 bietet wertvolle Unterstützung. Die Ermittlung der Kundenforderungen
nach ISO 9001 betrifft oft nur vom Kunden formulierte Forderungen,
wie zum Beispiel: »Ich suche eine Bohrmaschine.«
Das größte Potential aber bieten vom Kunden nicht
angegebene Forderungen. Hierzu zählt die vom Kunden kaum eingeforderte
Befriedigung sozialer Bedürfnisse durch soziale Kompetenz,
etwa: »Guten Tag, kann ich Ihnen helfen?«

René
Scholz, Berater und Workshop-Autor in Frankfurt am Main.
Liebe
Macht Sinn
Es gibt
drei soziale Bedürfnisse:
- Wir
suchen Gemeinschaft (Liebe), denn niemand möchte alleine
sein. Beispiele sind Sportstudio, Trend-Event und das Marken-Empfinden
des modernen Verbrauchers.
Es fängt an beim »Guten Tag.«
- Wir
suchen Möglichkeiten (Macht), denn wir möchten
uns eine bessere Zukunft schaffen. Beispiele sind wachsende Produktpaletten,
der Service-Gedanke »Alles und sofort« und Kompetenzerwerb.
Es beginnt mit »Kann ich Ihnen helfen?«
- Wir
suchen Erklärungen (Sinn). Beispiele sind Öko
,
Bio
und andere Angsthemmer.
Auch das kann jeder leisten: »Genau den brauchen Sie.«
Erfolgreiche
nutzen ihre soziale Kompetenz. Sozial sollte kaum als Schwäche
mißverstanden werden: Politiker und Militärs, Unternehmer
und Künstler nutzen dieses Wissen. Es beruht auf Strukturen und
Funktionen unseres Gehirns und ist keine Trend-Erscheinung.
Beratung
und Coaching, Vorträge und Workshops, aber auch die Erarbeitung
eines QM-Handbuchs sind Wege, dieses Wissen und die damit verbundenen
Fähigkeiten als Teil des betrieblichen Qualitätsmanagements
zu etablieren. Die ISO 9001 kann einen wesentlichen Beitrag hierzu
leisten.
Der Hinweis
auf die vom Kunden nicht angegebenen Forderungen bietet eine erste
Orientierung auf der Suche nach Umsatz-Potentialen.
Dann verbindet
der prozeß-orientierte Ansatz zwei Regelkreise:
Der Kunde, seine Forderungen und seine Zufriedenheit bilden den
kundenseitigen Regelkreis.
Er trifft in der Produktrealisierung auf den unternehmensseitigen
Regelkreis. Hier verbindet die Unternehmensleitung Messung/Analyse/Verbesserung
und das Management der Mittel (z. B. Workshops).
Handlungsanleitungen
zur sozialen Kompetenz können in einem QM-Handbuch fixiert
werden. Werden diese Forderungen in Zusammenarbeit mit allen Mitarbeitern
festgelegt, so werden sie auch von allen mitgetragen. In unserer
Erfahrung sind die wichtigsten Forderungen: Ehrlichkeit und Pünktlichkeit.
Und oft
erreicht das mehr als erwartet:
»Chef, Sie sind 20 Minuten zu spät.«
René
Scholz
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